Stephan Wehowsky
Schattengesellschaft. Kriminelle Mentalitäten in Europa
von Wolfpaul Finder
Kriminalität ist ein Teil jeder europäischen Gesellschaft. Jedoch gibt es dennoch kulturelle und länderspezifische Unterschiede und Eigenheiten, die Stephan Wehowsky versucht in diesem Buch aufgrund der unterschiedlichen politischen Entwicklungen und der Bedeutung der rechtlichen und staatlichen Institutionen am Beispiel von acht verschiedenen europäischen Ländern zu verdeutlichen.
Stephan Wehowsky wurde im Jahre 1950 in Bremen geboren, er studierte Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft und arbeitete dann in den darauf folgenden Jahren unter anderem für die Süddeutsche Zeitung in München und für die Neue Züricher Zeitung. Seit dem Jahre 2002 ist er Managing Editor der Encylopedia of Tolerance der European Academy of Sciences and Arts.
In seinen verschiedenen Werken, die thematisch sehr stark ethisch und auch soziologisch orientiert sind, beschäftigt er sich auch mit der Frage nach der kriminellen Energie des Menschen, die den thematischen Grundpfeiler des oben genannten Buches bildet. Schon im Jahre 1992 beschäftigte er sich in Zeitungsartikeln wie „Lust an der Randale. Hooligans, Jugendbanden, Rechtsradikale – abweichendes Verhalten in komplexen Gesellschaften“ oder „Was macht den Täter zum Täter? Einige Überlegungen zu der Frage, ob es eine kriminelle Persönlichkeit gibt.“ mit der Frage nach dem kriminellen Potential des Menschen. Auch heute noch widmet er sich teilweise dem Thema der Kriminalität, Verbrechen und Gewalt, vornehmlich innerhalb des Themenkreises der Toleranz. „Erziehung zur Toleranz ist sowohl utopistisch, wie realistisch. […] Es geht um die Frage, ob der Mensch in einer gegebenen Situation die Chance hat, aus seiner Freiheit heraus neue Konstellationen zu schaffen:“
Auch im 1994 publizierten Werk mit dem Titel „Schattengesellschaft“ lässt sich keine eindeutige Erklärung, weshalb der Mensch zu kriminellen Handlungen neigt finden.
Ob kriminelle Energie vererbbar, anerzogen, oder durch Umweltfaktoren bedingt ist, wird wohl noch weiterhin die Wissenschaft beschäftigen.
[ Exkurs: Nach neuesten Forschungsergebnissen ist der Mensch nicht mehr Herr seiner Handlungen, sondern das Gehirn bestimmt ungefähr 2 Sekunden bevor wir etwas wollen unser Tun, somit wären wir für unsere Handlungen nicht mehr direkt verantwortlich, was sich schlussfolgernd darauf auswirkt, dass der Mensch keinen freien Willen mehr hat, sondern seinem Gehirn unterworfen ist, was natürlich auch in der Strafbarkeit einige neue Fragen aufwirft. Trägt der Mensch keine Schuld an seinem Handeln? Schuld ist ja bekanntlich vorwerfbares Verhalten und nur dadurch lässt sich Bestrafung, um kriminelles Verhalten zu ahnden, rechtfertigen. ]
Der Autor beleuchtet im Buch über die kriminellen Mentalitäten in Europa acht exemplarisch ausgewählte Staaten, anhand deren er versucht in unterschiedlichen Beispielen verschiedene Charaktere von Kriminalität zu zeichnen.
Den Anfang bildet England, das Land der Spleens und Eigenarten, mit seinem heiteren Umgang mit abstrusester Gewalt, die jeder, der schon einmal den Dungeon im Keller von Madam Tussaud´s bewundert hat, nachvollziehen kann. Jedoch auch die Schattenseite der Gewalt wird dargestellt, wie das in den Medien oft visualisierte Phänomen der Hooligans deutlich macht, im Unterschied zu einer Gewalt, diein der französischen Revolution auftrat, kennt diese Form der Kriminalität keine Richtung, sondern existiert nur um der manifesten Aggression willen. Dies steht in starken Widerspruch zu Frankreich, wo zwar ein starker Glaube an die Nation an sich besteht, jedoch Streiks und auch Gewaltausschreitungen zur Durchsetzung der eigenen Rechte durchaus auf der Tageordnung liegen, man betrachte nur die kürzlich durchgeführten Streiks gegen die Schulreformen, gerade zu lieblich waren hier die Bemühungen in Österreich sich der Bildungspolitik unseres Landes zu widersetzen. Ein großes Problem der Franzosen, wie auch der Deutschen ist immer mehr das Aggressionspotential und auch der Rechtsextremismus in den Vororten der Großstädte. Von der Gesellschaft in die Satellitenstädte der Vororte „ausgesiedelte“ Familien, deren Nachkommen ein enormes Gewaltpotential in sich tragen, greifen aufgrund ihrer Tristesse und auch aus dem Gefühl des Nicht-Gebraucht-Werdens heraus zu Mitteln der Gewalt und Zerstörung. Den Deutschen fehlt im Gegensatz zu den Franzosen das Empfinden für Nationalität, Deutschland besitzt keine staatliche Identifikation, was sicherlich noch mehr zu einem Gefühl, der Ausgegrenztheit bestimmter Gruppen beiträgt. Vor allem die Problematik des ansteigenden Rechtsextremismus, der verstärkt in Europa zu bemerken ist, wird teilweise im Buch von Stehpan Wehowsky angerissen, jedoch sicherlich noch viel zu unausführlich, da dies sicherlich ein nicht übersehbarer Grundpfeiler von Argression und Gewalt ist. Vor allem die, die eher auf der Verliererseite im System sehen, beginnen immer mehr sich mit ihrer jeweiligen Volksgruppe zu identifizieren, um dadurch ein Gefühl von Selbstwert zu erlangen, dies ist jedoch unabhängig von jedweden nationalsozialistischen Strömungen, sondern basiert mit Sicherheit immer mehr auf der kulturellen Vielfalt dich sich in den jeweiligen europäischen Staaten auszuprägen beginnt und sicherlich noch in Zukunft kriminelle Reibungsfläche mit enormem Gewaltpotential birgt.
Was bei den Deutschen das fehlende Staatsgefühl ist, ist bei den Italienern das fehlende Vertrauen in die Regierung und die Staatsgewalt, hinter welchem Hintergrund sich die Mafia herauskristallisieren konnte, eine Art zweite staatliche Instanz, die jedoch immer stärker mit Kirche und Regierung verwoben ist.
Kriminalität wird hier geduldet, man schweigt aufgrund des Ehrgefühls, dieses Wegschauen bei Kriminalität lässt sich auch bei den Schweizern feststellen, man versucht zu vertuschen, man richtet es sich so, wies es passt, wobei die Schweizer einen Anspruch auf die weiße Weste stellen, was den Italienern wiederum fremd ist. In Schweden versucht man auch den Anschein eines funktionierenden Systems zu geben, das vorbildlich mit dem Problem der Kriminalität und der Strafbarkeit umgeht, jedoch greift diese Überorganisation der Gewaltvermeidung oft zu stark in das Leben der Schweden ein, wodurch sich eine Art von innerem Widerstand gegen die Staatsgewalt herausbildet, der sich vor allem durch immensen Alkoholkonsum niederschlägt und somit verschiedenen Rauschtaten Tür und Tor öffnet. Dieses Phänomen verbindet Schweden mit Polen, wo der Alkoholkonsum ähnlich schwindelerregende Höhen erreicht, jedoch fehlt es hier an der staatlichen Durchsetzungskraft, die vor allem aufgrund der Unzahl von Korruptionsfällen zu Genüge sichtbar wird.
Zu guter letzt noch Spanien, wo sich, wie auch in Polen, der Schmuggel einer blühenden Hochkonjunktur erfreut, gilt Polen als das Tor zum Osten, so gilt Spanien als das Tor nach Europa.
Die Korruption an sich zieht sich wie ein roter Faden durch alle oben genannten Staaten, geahndet wird auf unterschiedliche Weise, aber keines der Systeme hat es bis jetzt geschafft sie zu eliminieren, jedoch rechnet laut Wehowsky der demokratische Staat mit der Schwäche aller und hat daher die Chance der Korruption Herr zu werden.
Besonders interessant ist die Überlegung, dass sich Kriminalität erst dadurch festmachen lässt, was eine Gesellschaft für kriminell erachtet. Kriminalität wird somit zur sozialen Norm, die überall unterschiedlich bewertet wird, dies lässt sich vor allem durch die verschiedenen, dargestellten Beispiele, die in diesem Buch zu finden sind, sehr gut feststellen, vor allem in Fällen der Korruption, der Bestechung und der Umgehung der gesetzlichen Normen lassen sich feine, aber doch sichtbare Unterschiede im Umgang mit Strafbarkeit und Verfolgung feststellen. Bei den Körperverletzungsdelikten sind die heutige Rechtssprechung und auch die Durchsetzung der Strafbarkeit durchwegs ähnlich, was jedoch geschichtlich gesehen nicht immer der Fall war.
Das Buch gibt sehr viele Informationen über die verschiedensten Ausprägungen von Kriminalität, auch unter Beachtung der geschichtlichen Entwicklung und versucht dadurch einen gewissen Volkcharakter zu zeichnen und teilweise mentalitätsbedingte Verbrechensunterschiede näher zu bringen, jedoch lässt sich aus der Vielzahl von Einzelheiten oft kein wirkliches Bild von einem bestimmten Land herauslesen, teilweise geht in den detailgenauen Schilderungen der eigentliche, länderspezifische Kontext verloren, die sehr genaue Recherche mit ihren vielen Quellen und den oft sehr übergreifenden Schilderungen macht zwischendurch den Blick auf das Wesentliche etwas schwierig.
Auch das Problem der internationalen Kriminalität wird zwar zwischendurch erwähnt, jedoch fehlt es hier an einem eindeutigen Zusammenhang die einzelnen Staaten betreffend, angesichts der Entwicklung dieser Welt als globales Dorf ist diese Facette der Kriminalität ein sicherlich nicht zu unterschätzender Teil des kriminellen Treibens innerhalb der unterschiedlichen Mentalitäten Europas. Viele Mentalitätsspezifika, die sich vielleicht jetzt noch feststellen lassen, werden in Zukunft der Internationalisierung und auch der Durchmischung der Völker teilweise weichen müssen, doch bis dahin wird es noch ein weiter Weg zu gehen sein und solange dies noch nicht der Fall ist, kann man sich beruhigt weiterhin an den kriminellen Eigenheiten von Europas Staaten erfreuen und mit der durchaus empfehlenswerten Lektüre von Stephan Wehowsky in der Hand einen ganzen Nachmittag quer durch die alte Welt reisen.
Schattengesellschaft. Kriminelle Mentalitäten in Europa
von Wolfpaul Finder
Kriminalität ist ein Teil jeder europäischen Gesellschaft. Jedoch gibt es dennoch kulturelle und länderspezifische Unterschiede und Eigenheiten, die Stephan Wehowsky versucht in diesem Buch aufgrund der unterschiedlichen politischen Entwicklungen und der Bedeutung der rechtlichen und staatlichen Institutionen am Beispiel von acht verschiedenen europäischen Ländern zu verdeutlichen.
Stephan Wehowsky wurde im Jahre 1950 in Bremen geboren, er studierte Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft und arbeitete dann in den darauf folgenden Jahren unter anderem für die Süddeutsche Zeitung in München und für die Neue Züricher Zeitung. Seit dem Jahre 2002 ist er Managing Editor der Encylopedia of Tolerance der European Academy of Sciences and Arts.
In seinen verschiedenen Werken, die thematisch sehr stark ethisch und auch soziologisch orientiert sind, beschäftigt er sich auch mit der Frage nach der kriminellen Energie des Menschen, die den thematischen Grundpfeiler des oben genannten Buches bildet. Schon im Jahre 1992 beschäftigte er sich in Zeitungsartikeln wie „Lust an der Randale. Hooligans, Jugendbanden, Rechtsradikale – abweichendes Verhalten in komplexen Gesellschaften“ oder „Was macht den Täter zum Täter? Einige Überlegungen zu der Frage, ob es eine kriminelle Persönlichkeit gibt.“ mit der Frage nach dem kriminellen Potential des Menschen. Auch heute noch widmet er sich teilweise dem Thema der Kriminalität, Verbrechen und Gewalt, vornehmlich innerhalb des Themenkreises der Toleranz. „Erziehung zur Toleranz ist sowohl utopistisch, wie realistisch. […] Es geht um die Frage, ob der Mensch in einer gegebenen Situation die Chance hat, aus seiner Freiheit heraus neue Konstellationen zu schaffen:“
Auch im 1994 publizierten Werk mit dem Titel „Schattengesellschaft“ lässt sich keine eindeutige Erklärung, weshalb der Mensch zu kriminellen Handlungen neigt finden.
Ob kriminelle Energie vererbbar, anerzogen, oder durch Umweltfaktoren bedingt ist, wird wohl noch weiterhin die Wissenschaft beschäftigen.
[ Exkurs: Nach neuesten Forschungsergebnissen ist der Mensch nicht mehr Herr seiner Handlungen, sondern das Gehirn bestimmt ungefähr 2 Sekunden bevor wir etwas wollen unser Tun, somit wären wir für unsere Handlungen nicht mehr direkt verantwortlich, was sich schlussfolgernd darauf auswirkt, dass der Mensch keinen freien Willen mehr hat, sondern seinem Gehirn unterworfen ist, was natürlich auch in der Strafbarkeit einige neue Fragen aufwirft. Trägt der Mensch keine Schuld an seinem Handeln? Schuld ist ja bekanntlich vorwerfbares Verhalten und nur dadurch lässt sich Bestrafung, um kriminelles Verhalten zu ahnden, rechtfertigen. ]
Der Autor beleuchtet im Buch über die kriminellen Mentalitäten in Europa acht exemplarisch ausgewählte Staaten, anhand deren er versucht in unterschiedlichen Beispielen verschiedene Charaktere von Kriminalität zu zeichnen.
Den Anfang bildet England, das Land der Spleens und Eigenarten, mit seinem heiteren Umgang mit abstrusester Gewalt, die jeder, der schon einmal den Dungeon im Keller von Madam Tussaud´s bewundert hat, nachvollziehen kann. Jedoch auch die Schattenseite der Gewalt wird dargestellt, wie das in den Medien oft visualisierte Phänomen der Hooligans deutlich macht, im Unterschied zu einer Gewalt, diein der französischen Revolution auftrat, kennt diese Form der Kriminalität keine Richtung, sondern existiert nur um der manifesten Aggression willen. Dies steht in starken Widerspruch zu Frankreich, wo zwar ein starker Glaube an die Nation an sich besteht, jedoch Streiks und auch Gewaltausschreitungen zur Durchsetzung der eigenen Rechte durchaus auf der Tageordnung liegen, man betrachte nur die kürzlich durchgeführten Streiks gegen die Schulreformen, gerade zu lieblich waren hier die Bemühungen in Österreich sich der Bildungspolitik unseres Landes zu widersetzen. Ein großes Problem der Franzosen, wie auch der Deutschen ist immer mehr das Aggressionspotential und auch der Rechtsextremismus in den Vororten der Großstädte. Von der Gesellschaft in die Satellitenstädte der Vororte „ausgesiedelte“ Familien, deren Nachkommen ein enormes Gewaltpotential in sich tragen, greifen aufgrund ihrer Tristesse und auch aus dem Gefühl des Nicht-Gebraucht-Werdens heraus zu Mitteln der Gewalt und Zerstörung. Den Deutschen fehlt im Gegensatz zu den Franzosen das Empfinden für Nationalität, Deutschland besitzt keine staatliche Identifikation, was sicherlich noch mehr zu einem Gefühl, der Ausgegrenztheit bestimmter Gruppen beiträgt. Vor allem die Problematik des ansteigenden Rechtsextremismus, der verstärkt in Europa zu bemerken ist, wird teilweise im Buch von Stehpan Wehowsky angerissen, jedoch sicherlich noch viel zu unausführlich, da dies sicherlich ein nicht übersehbarer Grundpfeiler von Argression und Gewalt ist. Vor allem die, die eher auf der Verliererseite im System sehen, beginnen immer mehr sich mit ihrer jeweiligen Volksgruppe zu identifizieren, um dadurch ein Gefühl von Selbstwert zu erlangen, dies ist jedoch unabhängig von jedweden nationalsozialistischen Strömungen, sondern basiert mit Sicherheit immer mehr auf der kulturellen Vielfalt dich sich in den jeweiligen europäischen Staaten auszuprägen beginnt und sicherlich noch in Zukunft kriminelle Reibungsfläche mit enormem Gewaltpotential birgt.
Was bei den Deutschen das fehlende Staatsgefühl ist, ist bei den Italienern das fehlende Vertrauen in die Regierung und die Staatsgewalt, hinter welchem Hintergrund sich die Mafia herauskristallisieren konnte, eine Art zweite staatliche Instanz, die jedoch immer stärker mit Kirche und Regierung verwoben ist.
Kriminalität wird hier geduldet, man schweigt aufgrund des Ehrgefühls, dieses Wegschauen bei Kriminalität lässt sich auch bei den Schweizern feststellen, man versucht zu vertuschen, man richtet es sich so, wies es passt, wobei die Schweizer einen Anspruch auf die weiße Weste stellen, was den Italienern wiederum fremd ist. In Schweden versucht man auch den Anschein eines funktionierenden Systems zu geben, das vorbildlich mit dem Problem der Kriminalität und der Strafbarkeit umgeht, jedoch greift diese Überorganisation der Gewaltvermeidung oft zu stark in das Leben der Schweden ein, wodurch sich eine Art von innerem Widerstand gegen die Staatsgewalt herausbildet, der sich vor allem durch immensen Alkoholkonsum niederschlägt und somit verschiedenen Rauschtaten Tür und Tor öffnet. Dieses Phänomen verbindet Schweden mit Polen, wo der Alkoholkonsum ähnlich schwindelerregende Höhen erreicht, jedoch fehlt es hier an der staatlichen Durchsetzungskraft, die vor allem aufgrund der Unzahl von Korruptionsfällen zu Genüge sichtbar wird.
Zu guter letzt noch Spanien, wo sich, wie auch in Polen, der Schmuggel einer blühenden Hochkonjunktur erfreut, gilt Polen als das Tor zum Osten, so gilt Spanien als das Tor nach Europa.
Die Korruption an sich zieht sich wie ein roter Faden durch alle oben genannten Staaten, geahndet wird auf unterschiedliche Weise, aber keines der Systeme hat es bis jetzt geschafft sie zu eliminieren, jedoch rechnet laut Wehowsky der demokratische Staat mit der Schwäche aller und hat daher die Chance der Korruption Herr zu werden.
Besonders interessant ist die Überlegung, dass sich Kriminalität erst dadurch festmachen lässt, was eine Gesellschaft für kriminell erachtet. Kriminalität wird somit zur sozialen Norm, die überall unterschiedlich bewertet wird, dies lässt sich vor allem durch die verschiedenen, dargestellten Beispiele, die in diesem Buch zu finden sind, sehr gut feststellen, vor allem in Fällen der Korruption, der Bestechung und der Umgehung der gesetzlichen Normen lassen sich feine, aber doch sichtbare Unterschiede im Umgang mit Strafbarkeit und Verfolgung feststellen. Bei den Körperverletzungsdelikten sind die heutige Rechtssprechung und auch die Durchsetzung der Strafbarkeit durchwegs ähnlich, was jedoch geschichtlich gesehen nicht immer der Fall war.
Das Buch gibt sehr viele Informationen über die verschiedensten Ausprägungen von Kriminalität, auch unter Beachtung der geschichtlichen Entwicklung und versucht dadurch einen gewissen Volkcharakter zu zeichnen und teilweise mentalitätsbedingte Verbrechensunterschiede näher zu bringen, jedoch lässt sich aus der Vielzahl von Einzelheiten oft kein wirkliches Bild von einem bestimmten Land herauslesen, teilweise geht in den detailgenauen Schilderungen der eigentliche, länderspezifische Kontext verloren, die sehr genaue Recherche mit ihren vielen Quellen und den oft sehr übergreifenden Schilderungen macht zwischendurch den Blick auf das Wesentliche etwas schwierig.
Auch das Problem der internationalen Kriminalität wird zwar zwischendurch erwähnt, jedoch fehlt es hier an einem eindeutigen Zusammenhang die einzelnen Staaten betreffend, angesichts der Entwicklung dieser Welt als globales Dorf ist diese Facette der Kriminalität ein sicherlich nicht zu unterschätzender Teil des kriminellen Treibens innerhalb der unterschiedlichen Mentalitäten Europas. Viele Mentalitätsspezifika, die sich vielleicht jetzt noch feststellen lassen, werden in Zukunft der Internationalisierung und auch der Durchmischung der Völker teilweise weichen müssen, doch bis dahin wird es noch ein weiter Weg zu gehen sein und solange dies noch nicht der Fall ist, kann man sich beruhigt weiterhin an den kriminellen Eigenheiten von Europas Staaten erfreuen und mit der durchaus empfehlenswerten Lektüre von Stephan Wehowsky in der Hand einen ganzen Nachmittag quer durch die alte Welt reisen.
bagarozy10 - am Donnerstag, 24. Juni 2004, 00:45
lejuge meinte am 13. Mai, 10:28:
Polens Braune Regierung
Die neue braune Regierung Polens ist die Schande Europas. Für diese Denkbarbaren ist die Charta der Grundrechten mit unserem Art. 1 geschrieben worden.www.unionsbuerger.de