Peter Sichrovsky
„Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert“
von Petra Rosenkranz
Einen Blick hinter die Kulissen gewährt der Autor Peter Sichrovsky mit seinem Werk „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert“, geschrieben 1988, in dem er seine eigenen, langjährigen Erfahrungen als Leiter sogenannter Management- Seminaren beschreibt und somit zeigt was bei diesem „Seelentraining“ tatsächlich geschieht.
Peter Sichrovsky, geboren 1947 in Wien, besuchte die „Höhere technische Lehranstalt für Biochemie“ in Wien, bevor er sich zu einem Studium der Physik und Chemie an der Universität Wien entschloss. Danach arbeitete er als Mittelschullehrer für Chemie und Physik. Doch bereits nach einem Jahr, nahm er verschiedene Management- Positionen in der Pharma Industrie in Wien ein. Im Laufe der Jahre war Peter Sichrovsky tätig als Korrespondent in New York („Der Spiegel“, „Profil“), New Delhi („Süddeutsche Zeitung“) und Hongkong („Stern“), als Chefredakteur in München („Männer Vogue“), als Mitglied der Chefredaktion und Ressorleitung Kultur, Album, Außenpolitik („Der Standard“) und als Generalsekretär der FPÖ (2000-2002). Etwa fünfzehn Bücher wie zum Beispiel, „Schuldig geboren. Kinder aus Nazifamilien.“, davon vier Kinderbücher, Theaterstücke und Drehbücher zählen zu seinen Werken. Seit 1998 arbeitet er als Journalist und Schriftsteller in Los Angeles.
Mit seinem Buch „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert.“ Gelang es ihm, die Praktiken der Psycho- Industrie zu enthüllen. Auf 190 Seiten erzählt er, was aus neun Menschen wird, wenn man sie eine Woche lang aufeinander losgehen lässt. Neun unterschiedliche Persönlichkeiten, verschiedenen Alters treffen aufeinander. Die einzigen Gemeinsamkeiten, die zu erkennen sind, sind die leitenden Arbeitspositionen, in denen sie sich befinden und die elegante Kleidung, die sie zu Beginn des Seminares noch tragen.
Was als zufällige Begegnung von diesen Individuen, die einander vorher noch nie gesehen haben, begann, ist zu einem Netzwerk von Beziehungen geworden. Die Gruppe ist zu einem emotionalem Verband mit Eifersucht, Macht- und Liebesansprüchen, unerfüllten und befriedigten Erwartungen, Neugierde auf das Kommende, aber auch Gleichgültigkeit und Langeweile geworden. Die vom leitenden und oft in Selbstzweifel befindenden Trainer, provozierten Streitigkeiten gehen am Ende sogar soweit, dass einer der Teilnehmer frühzeitig abreist, da er dem Druck der Gruppe nicht mehr standhalten kann. Die Kollegen des betroffenen Gruppenleiters stehen jedoch auch nach diesem Vorfall weiterhin zu der Art des Trainings, das die Machtposition auch in Frage stellt. Nur so kann man zu einem Führungsverhalten erziehen, welches Macht ausübt, ohne unmenschlich zu sein.
Jahr für Jahr suchen Zehntausende leitende Angestellte aus Industrie und Wirtschaft ihr Heil bei Management- Seminaren. Viele erhoffen sich zuviel, da sie sich nur sehr wenig darunter vorstellen können. Was für die einen eine Bereicherung war, kann für andere ein Albtraum werden. Daher geht ein Großteil, mit Enttäuschung wieder zurück an seine Arbeit oder fühlt sich gedemütigt und entmutigt.
Wie man anhand des Verlaufes des Buches erkennen kann, kann kein Trainer im Vorhinein wissen wie sich die Gruppe entwickelt. Dies fordert Spontanität und eine stabile Persönlichkeit. Deshalb können manche Seminare für die Gruppenleiter zu einer großen psychischen Belastung werden, wie man in dieser Erzählung sehr leicht nachvollziehen kann. Wo manche Trainer überzeugt agieren, ist das Handeln für andere oft mit schwerwiegendem Zweifel verbunden.
Für Menschen, die es gewohnt sind zu kämpfen die Karriereleiter hochzuklettern, wie dies bei den Protagonisten der Fall war, ist es oft schwierig nachzugeben und andere Meinungen zu akzeptieren. Dabei ist es für viele von Bedeutung, nicht so zu werden wie die anderen, die in noch höheren Positionen stehen. „Wir wollen können was ihr könnt, ohne zu werden wie ihr seid.“
Diese Problematiken werden in dem Buch von Peter Sichrovsky besprochen und ergeben in Summe ein Aufdeckung, wie es zustande kommt, dass man in sechs Tagen sein Gesicht verlieren kann.
Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein hervorragende Schilderung, die die Entwicklung eines jeden einzelnen Gruppenmitglied eines Management- Seminar zeigt. Peter Sichrovsky versucht in leichter Sprache jedes Detail konkret zu beschreiben, das zwar den Ablauf sehr verbildlicht, der Phantasie jedoch keinen Platz lässt. Besonders hevorheben möchte ich die Spannung, die dem Autor gekonnt gelang, die immer wieder, trotz der manchmal langatmigen Passagen, zum weiterlesen animierte. Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass Peter Sichrovsky mit „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert.“ ein aufrüttelndes Buch verfasste – eben ein Blick hinter die Kulissen.
„Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert“
von Petra Rosenkranz
Einen Blick hinter die Kulissen gewährt der Autor Peter Sichrovsky mit seinem Werk „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert“, geschrieben 1988, in dem er seine eigenen, langjährigen Erfahrungen als Leiter sogenannter Management- Seminaren beschreibt und somit zeigt was bei diesem „Seelentraining“ tatsächlich geschieht.
Peter Sichrovsky, geboren 1947 in Wien, besuchte die „Höhere technische Lehranstalt für Biochemie“ in Wien, bevor er sich zu einem Studium der Physik und Chemie an der Universität Wien entschloss. Danach arbeitete er als Mittelschullehrer für Chemie und Physik. Doch bereits nach einem Jahr, nahm er verschiedene Management- Positionen in der Pharma Industrie in Wien ein. Im Laufe der Jahre war Peter Sichrovsky tätig als Korrespondent in New York („Der Spiegel“, „Profil“), New Delhi („Süddeutsche Zeitung“) und Hongkong („Stern“), als Chefredakteur in München („Männer Vogue“), als Mitglied der Chefredaktion und Ressorleitung Kultur, Album, Außenpolitik („Der Standard“) und als Generalsekretär der FPÖ (2000-2002). Etwa fünfzehn Bücher wie zum Beispiel, „Schuldig geboren. Kinder aus Nazifamilien.“, davon vier Kinderbücher, Theaterstücke und Drehbücher zählen zu seinen Werken. Seit 1998 arbeitet er als Journalist und Schriftsteller in Los Angeles.
Mit seinem Buch „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert.“ Gelang es ihm, die Praktiken der Psycho- Industrie zu enthüllen. Auf 190 Seiten erzählt er, was aus neun Menschen wird, wenn man sie eine Woche lang aufeinander losgehen lässt. Neun unterschiedliche Persönlichkeiten, verschiedenen Alters treffen aufeinander. Die einzigen Gemeinsamkeiten, die zu erkennen sind, sind die leitenden Arbeitspositionen, in denen sie sich befinden und die elegante Kleidung, die sie zu Beginn des Seminares noch tragen.
Was als zufällige Begegnung von diesen Individuen, die einander vorher noch nie gesehen haben, begann, ist zu einem Netzwerk von Beziehungen geworden. Die Gruppe ist zu einem emotionalem Verband mit Eifersucht, Macht- und Liebesansprüchen, unerfüllten und befriedigten Erwartungen, Neugierde auf das Kommende, aber auch Gleichgültigkeit und Langeweile geworden. Die vom leitenden und oft in Selbstzweifel befindenden Trainer, provozierten Streitigkeiten gehen am Ende sogar soweit, dass einer der Teilnehmer frühzeitig abreist, da er dem Druck der Gruppe nicht mehr standhalten kann. Die Kollegen des betroffenen Gruppenleiters stehen jedoch auch nach diesem Vorfall weiterhin zu der Art des Trainings, das die Machtposition auch in Frage stellt. Nur so kann man zu einem Führungsverhalten erziehen, welches Macht ausübt, ohne unmenschlich zu sein.
Jahr für Jahr suchen Zehntausende leitende Angestellte aus Industrie und Wirtschaft ihr Heil bei Management- Seminaren. Viele erhoffen sich zuviel, da sie sich nur sehr wenig darunter vorstellen können. Was für die einen eine Bereicherung war, kann für andere ein Albtraum werden. Daher geht ein Großteil, mit Enttäuschung wieder zurück an seine Arbeit oder fühlt sich gedemütigt und entmutigt.
Wie man anhand des Verlaufes des Buches erkennen kann, kann kein Trainer im Vorhinein wissen wie sich die Gruppe entwickelt. Dies fordert Spontanität und eine stabile Persönlichkeit. Deshalb können manche Seminare für die Gruppenleiter zu einer großen psychischen Belastung werden, wie man in dieser Erzählung sehr leicht nachvollziehen kann. Wo manche Trainer überzeugt agieren, ist das Handeln für andere oft mit schwerwiegendem Zweifel verbunden.
Für Menschen, die es gewohnt sind zu kämpfen die Karriereleiter hochzuklettern, wie dies bei den Protagonisten der Fall war, ist es oft schwierig nachzugeben und andere Meinungen zu akzeptieren. Dabei ist es für viele von Bedeutung, nicht so zu werden wie die anderen, die in noch höheren Positionen stehen. „Wir wollen können was ihr könnt, ohne zu werden wie ihr seid.“
Diese Problematiken werden in dem Buch von Peter Sichrovsky besprochen und ergeben in Summe ein Aufdeckung, wie es zustande kommt, dass man in sechs Tagen sein Gesicht verlieren kann.
Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein hervorragende Schilderung, die die Entwicklung eines jeden einzelnen Gruppenmitglied eines Management- Seminar zeigt. Peter Sichrovsky versucht in leichter Sprache jedes Detail konkret zu beschreiben, das zwar den Ablauf sehr verbildlicht, der Phantasie jedoch keinen Platz lässt. Besonders hevorheben möchte ich die Spannung, die dem Autor gekonnt gelang, die immer wieder, trotz der manchmal langatmigen Passagen, zum weiterlesen animierte. Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass Peter Sichrovsky mit „Seelentraining. Wie man in sechs Tagen sein Gesicht verliert.“ ein aufrüttelndes Buch verfasste – eben ein Blick hinter die Kulissen.
bagarozy10 - am Donnerstag, 24. Juni 2004, 00:32