Mikunda, Christian
Kino spüren. Strategien der emotionalen Filmgestaltung
von Eva Huber
Dieses Buch liefert dem Leser einen umfassenden Einblick in die Theorie der Mediendramaturgie. Er lernt die Tricks und Kniffe filmischer Darstellung und gestalterischer Möglichkeiten kennen sowie deren wahrnehmungspsychologische Hintergründe und Wirkungsweisen auf das menschliche Auge. Dabei wird ständig Bezug auf die kulturelle Vernetzung dieser Tricks in unserem Alltag genommen und somit das Phänomen Film von mehreren Seiten (Technik, Psychologie und Alltagsleben) durchleuchtet.
Das Buch behandelt das Thema Film und Filmtechnik auf sozial- und filmwissenschaftlicher Basis und beschäftigt sich dabei speziell mit Filmtheorie und Filmpsychologie.
Der Autor, Dr. Christian Mikunda, geboren 1957, ist Mediendramaturg, Psychologe und derzeit Lektor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Er ist Gründer der CommEnt Consulting Group, die Industrieunternehmen, Museen und Werbeagenturen berät. Im Zuge dieser Tätigkeit leitete er bereits zahlreiche Marketingseminare im gesamten deutschsprachigen Raum sowie in London, Paris, New York und Las Vegas. Als Wissenschaftler lehrte er unter anderem in Harvard.
Christian Mikunda gilt als Vordenker und Spezialist für die Optimierung neuer Einkaufs- und Erlebniswelten. Zu seinen Publikationen zählen neben „Kino spüren“ noch die Bücher „Marketing spüren. Willkommen am dritten Ort.“(2002) und „Der verbotenen Ort oder Die inszenierte Verführung“ (2002).
Das Buch „Kino spüren“ gibt dem Leser einen tiefen Einblick in die Technik des Filme- Machens und behandelt dabei Themen wie Bildeinstellung, Bildaufbau, Mise- en- scène, Kameraführung, verschiedene Schnitttechniken aber auch Themen wie Semiotik und das Wesen beziehungsweise den Einsatz der emotionale Filmsprache. Diese einzelnen Komponenten der Bildkomposition werden ständig in einen wahrnehmungspsychologischen Zusammenhang gestellt und betrachtet, das heißt es wird aufgezeigt, wie und warum einzelne Techniken auf den Rezipienten einwirken und was sie bewirken.
Es wird also gleich von Beginn an der für das Filmschaffen absolut wichtige Zusammenhang zwischen filmischer Bildkomposition und emotionaler Bildkomposition dargestellt. Aber auch der Bezug zum Alltag und der kulturellen Vernetzung der einzelnen Techniken wird deutlich herausgearbeitet.
In den ersten drei Kapiteln, die sich hauptsächlich mit Bildkomposition, Mise- en –scène und den zahlreichen damit verbundenen technischen Hintergründen beschäftigen, wird so zum Beispiel der Vergleich der filmischen Bildkomposition mit der im Theater und in der Malerei gezogen. Es werden auch Parallelen zur Werbung, Architektur, Styling und Design gegeben. Diese Vergleiche und der Bezug zu Inhalten des alltäglichen Lebens tragen sehr zum Verständnis und auch zur besseren Veranschaulichung der theoretischen Ausführungen bei.
Der Vorteil an dem Buch ist darüber hinaus, dass die theoretischen und technischen Ausführungen sowohl anhand zahlreicher visueller Abbildungen und Skizzen verdeutlicht werden als auch anhand klassischer Filmbeispiele, in denen genau diese beschriebenen Techniken angewandt wurden. Es besteht somit für den Leser auch die Möglichkeit sich genauer damit zu beschäftigen, indem er sich diese Filme selbst anschaut und die praktische Anwendung der Techniken so mitverfolgen kann.
Das Vokabular, das hier verwendet wird (vor allem in den ersten drei Kapiteln) ist allerdings ohne jegliche Vorkenntnisse nicht so einfach zu verstehen, als Erleichterung werden dafür aber immer die deutschen und die englischen Fachbezeichnungen nebeneinander gestellt, was ein großer Vorteil beim Lesen ist.
Der zweiten Teil des Buches (Kapitel 4- 7) widmet sich den so genannten Reizwechseln und Reizattacken bei der Filmgestaltung, die vor allem durch Ton, Farbe und Bewegung hervorgerufen werden. In diesem Abschnitt werden also vor allem die Fragen nach dem Zusammenhang von Emotion und Körpergefühl behandelt. Sprich wie erzeugt man die Illusion, sich selbst in Bewegung zu befinden, den Geschwindigkeitsrausch, welche Rolle spielen Spektralfarben, Farbkontraste, extrem intensives Licht, Dunkelheit usw. Auch Fragen nach der Rhythmisierung, also wieso wir von Musik- und Bewegungsrhythmen im Film mitgerissen werden, werden in diesem Abschnitt durchgenommen.
Wie im ersten Teil werden auch hier immer wieder Parallelen und Querverweise auf den kulturellen Kontext der angewandten Techniken gezogen, wie zum Beispiel die Bewegungsillusion bei der Achterbahnfahrt, die Wirkung des IMAX- Kinofilmes, die Effekte von Neon- Farben oder die Wirkung von Popkonzerten, bei denen es um die Rhythmisierung von Musik und Bewegung geht. Also durchwegs Beispiele und Zusammenhänge, die jeder nachvollziehen kann beziehungsweise selbst schon erlebt hat, was das Lesen und Verstehen der vorgestellten Techniken wiederum erleichtert. Die wahrnehmungspsychologischen Hintergründe dieser Phänomene werden auch im zweiten Teil angeschnitten, es geht dabei speziell um die Wirkung von Farben und Farbschocks auf unsere Wahrnehmung, um induzierte Bewegung und um Rhythmusgefühl. Ein Nachteil dabei ist allerdings, dass die psychologischen Ausführungen nur sehr grob und oberflächlich sind, das heißt es geht hier weniger um die Vermittlung von Detailwissen, als um die Vermittlung eines allgemeines Grundverständnisses der Thematik.
Im dritten Abschnitt beschäftig sich das Buch zu guter letzt noch mit einem wichtigen Aspekt der modernen Filmtheorie, nämlich mit der Filmsprache beziehungsweise mit der Semiotik. Es wird das Thema Film als Text, der beim Rezipienten bestimmte Emotionen hervorruft, in groben Zügen und überblicksweise dargestellt und behandelt.
Für Leute, die an dem Thema Kino und Emotionen von der technischen Seite her interessiert sind, ist dieses Buch sicher hilfreich und brauchbar, da es deutlich und anschaulich erklärt welche Techniken den Rezipienten emotional ansprechen und auf welche Weise dies geschieht. Für Interessenten der psychologischen Aspekte dieser Thematik, ist dieses Buch allerdings zu oberflächlich und ungenau gestaltet, da die psychologischen Zusammenhänge und Erklärungen eher dürftig ausfallen und auf Einzelheiten und Details dazu nicht eingeht. Es wird also wie weiter oben bereits angesprochen nur ein Grundwissen zum Thema Wahrnehmungspsychologie und Emotionen im Kino gegeben.
Nichtsdestotrotz ist diese Buch sehr empfehlenswert, es ist sehr übersichtlich gegliedert und eignet sich auch gut zum bloßen Nachlesen einzelner Teile und Kapitel. Es ist darüber hinaus sehr verständlich dennoch wissenschaftlich geschrieben und liefert dem Leser eine durchaus faszinierende Darstellung wie Bildkomposition, Kameraführung, Farbe, Ton und Schnitt im Film eingesetzt werden, um den Zuschauer emotional anzusprechen und zu fesseln.
Kino spüren. Strategien der emotionalen Filmgestaltung
von Eva Huber
Dieses Buch liefert dem Leser einen umfassenden Einblick in die Theorie der Mediendramaturgie. Er lernt die Tricks und Kniffe filmischer Darstellung und gestalterischer Möglichkeiten kennen sowie deren wahrnehmungspsychologische Hintergründe und Wirkungsweisen auf das menschliche Auge. Dabei wird ständig Bezug auf die kulturelle Vernetzung dieser Tricks in unserem Alltag genommen und somit das Phänomen Film von mehreren Seiten (Technik, Psychologie und Alltagsleben) durchleuchtet.
Das Buch behandelt das Thema Film und Filmtechnik auf sozial- und filmwissenschaftlicher Basis und beschäftigt sich dabei speziell mit Filmtheorie und Filmpsychologie.
Der Autor, Dr. Christian Mikunda, geboren 1957, ist Mediendramaturg, Psychologe und derzeit Lektor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Er ist Gründer der CommEnt Consulting Group, die Industrieunternehmen, Museen und Werbeagenturen berät. Im Zuge dieser Tätigkeit leitete er bereits zahlreiche Marketingseminare im gesamten deutschsprachigen Raum sowie in London, Paris, New York und Las Vegas. Als Wissenschaftler lehrte er unter anderem in Harvard.
Christian Mikunda gilt als Vordenker und Spezialist für die Optimierung neuer Einkaufs- und Erlebniswelten. Zu seinen Publikationen zählen neben „Kino spüren“ noch die Bücher „Marketing spüren. Willkommen am dritten Ort.“(2002) und „Der verbotenen Ort oder Die inszenierte Verführung“ (2002).
Das Buch „Kino spüren“ gibt dem Leser einen tiefen Einblick in die Technik des Filme- Machens und behandelt dabei Themen wie Bildeinstellung, Bildaufbau, Mise- en- scène, Kameraführung, verschiedene Schnitttechniken aber auch Themen wie Semiotik und das Wesen beziehungsweise den Einsatz der emotionale Filmsprache. Diese einzelnen Komponenten der Bildkomposition werden ständig in einen wahrnehmungspsychologischen Zusammenhang gestellt und betrachtet, das heißt es wird aufgezeigt, wie und warum einzelne Techniken auf den Rezipienten einwirken und was sie bewirken.
Es wird also gleich von Beginn an der für das Filmschaffen absolut wichtige Zusammenhang zwischen filmischer Bildkomposition und emotionaler Bildkomposition dargestellt. Aber auch der Bezug zum Alltag und der kulturellen Vernetzung der einzelnen Techniken wird deutlich herausgearbeitet.
In den ersten drei Kapiteln, die sich hauptsächlich mit Bildkomposition, Mise- en –scène und den zahlreichen damit verbundenen technischen Hintergründen beschäftigen, wird so zum Beispiel der Vergleich der filmischen Bildkomposition mit der im Theater und in der Malerei gezogen. Es werden auch Parallelen zur Werbung, Architektur, Styling und Design gegeben. Diese Vergleiche und der Bezug zu Inhalten des alltäglichen Lebens tragen sehr zum Verständnis und auch zur besseren Veranschaulichung der theoretischen Ausführungen bei.
Der Vorteil an dem Buch ist darüber hinaus, dass die theoretischen und technischen Ausführungen sowohl anhand zahlreicher visueller Abbildungen und Skizzen verdeutlicht werden als auch anhand klassischer Filmbeispiele, in denen genau diese beschriebenen Techniken angewandt wurden. Es besteht somit für den Leser auch die Möglichkeit sich genauer damit zu beschäftigen, indem er sich diese Filme selbst anschaut und die praktische Anwendung der Techniken so mitverfolgen kann.
Das Vokabular, das hier verwendet wird (vor allem in den ersten drei Kapiteln) ist allerdings ohne jegliche Vorkenntnisse nicht so einfach zu verstehen, als Erleichterung werden dafür aber immer die deutschen und die englischen Fachbezeichnungen nebeneinander gestellt, was ein großer Vorteil beim Lesen ist.
Der zweiten Teil des Buches (Kapitel 4- 7) widmet sich den so genannten Reizwechseln und Reizattacken bei der Filmgestaltung, die vor allem durch Ton, Farbe und Bewegung hervorgerufen werden. In diesem Abschnitt werden also vor allem die Fragen nach dem Zusammenhang von Emotion und Körpergefühl behandelt. Sprich wie erzeugt man die Illusion, sich selbst in Bewegung zu befinden, den Geschwindigkeitsrausch, welche Rolle spielen Spektralfarben, Farbkontraste, extrem intensives Licht, Dunkelheit usw. Auch Fragen nach der Rhythmisierung, also wieso wir von Musik- und Bewegungsrhythmen im Film mitgerissen werden, werden in diesem Abschnitt durchgenommen.
Wie im ersten Teil werden auch hier immer wieder Parallelen und Querverweise auf den kulturellen Kontext der angewandten Techniken gezogen, wie zum Beispiel die Bewegungsillusion bei der Achterbahnfahrt, die Wirkung des IMAX- Kinofilmes, die Effekte von Neon- Farben oder die Wirkung von Popkonzerten, bei denen es um die Rhythmisierung von Musik und Bewegung geht. Also durchwegs Beispiele und Zusammenhänge, die jeder nachvollziehen kann beziehungsweise selbst schon erlebt hat, was das Lesen und Verstehen der vorgestellten Techniken wiederum erleichtert. Die wahrnehmungspsychologischen Hintergründe dieser Phänomene werden auch im zweiten Teil angeschnitten, es geht dabei speziell um die Wirkung von Farben und Farbschocks auf unsere Wahrnehmung, um induzierte Bewegung und um Rhythmusgefühl. Ein Nachteil dabei ist allerdings, dass die psychologischen Ausführungen nur sehr grob und oberflächlich sind, das heißt es geht hier weniger um die Vermittlung von Detailwissen, als um die Vermittlung eines allgemeines Grundverständnisses der Thematik.
Im dritten Abschnitt beschäftig sich das Buch zu guter letzt noch mit einem wichtigen Aspekt der modernen Filmtheorie, nämlich mit der Filmsprache beziehungsweise mit der Semiotik. Es wird das Thema Film als Text, der beim Rezipienten bestimmte Emotionen hervorruft, in groben Zügen und überblicksweise dargestellt und behandelt.
Für Leute, die an dem Thema Kino und Emotionen von der technischen Seite her interessiert sind, ist dieses Buch sicher hilfreich und brauchbar, da es deutlich und anschaulich erklärt welche Techniken den Rezipienten emotional ansprechen und auf welche Weise dies geschieht. Für Interessenten der psychologischen Aspekte dieser Thematik, ist dieses Buch allerdings zu oberflächlich und ungenau gestaltet, da die psychologischen Zusammenhänge und Erklärungen eher dürftig ausfallen und auf Einzelheiten und Details dazu nicht eingeht. Es wird also wie weiter oben bereits angesprochen nur ein Grundwissen zum Thema Wahrnehmungspsychologie und Emotionen im Kino gegeben.
Nichtsdestotrotz ist diese Buch sehr empfehlenswert, es ist sehr übersichtlich gegliedert und eignet sich auch gut zum bloßen Nachlesen einzelner Teile und Kapitel. Es ist darüber hinaus sehr verständlich dennoch wissenschaftlich geschrieben und liefert dem Leser eine durchaus faszinierende Darstellung wie Bildkomposition, Kameraführung, Farbe, Ton und Schnitt im Film eingesetzt werden, um den Zuschauer emotional anzusprechen und zu fesseln.
bagarozy10 - am Donnerstag, 24. Juni 2004, 00:20