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Jürgen Friedrichs
Methoden empirischer Sozialforschung


von Andrea Makkos

Mit diesem Buch erwartet dem Leser eine Einführung in Methodologie, Methoden und Praxis der empirischen Sozialforschung. Das Buch leitet nicht nur zur kritischen Lektüre vorhandener Untersuchungen, sondern ebenso zu eigener Forschung an.
Es gehört zur Sozialwissenschaft und beinhaltet Themen die in der Publizistik und Kommunikationswissenschaft von großer Bedeutung sind.
Dieses Buch habe ich gewählt, weil es für mein Studium bei praktischen Arbeiten sehr hilfreich ist.
(Der Tipp kam übrigens von meinem Step 5 Leiter)


Zum Buch bzw. Autor:

(hier wollt ich ein hübsches Bild einfügen, klappte aber nicht: zu finden auf der Homepage der Uni-Köln...)

Der Autor des Buches heißt Jürgen Friedrichs.
Es ist die vierzehnte Auflage, erschienen im Westdeutschen Verlag. Das Buch hat vierhundertunddreißig Seiten.
Über den Verfasser:
Jürgen Friedrichs wurde im Jahr 1938 in Berlin geboren. Er ist verheiratet mit Greta Friedrichs.
Er besuchte die Walther-Rathenau-Schule (Gymnasium) und die Oberschule des wissenschaftlichen Zweiges.
Nach seinem Abitur und der Absolvierung einer kaufmännischen Lehre entschließt er sich zu studieren. Er macht sein Studium der Soziologie, Psychologie, Philosophie und der Volkswirtschaft zunächst in Berlin und dann weiter in Hamburg. Seit 1964 ist er Mitarbeiter der Forschungsstelle der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg (HWP).
Seine Promotion zum Dr. phil. hat er am 7.7 im Jahre 1968 in Hamburg.
Seit 1969 ist er wissenschaftlicher Assistent und ab 1974 Professor für Soziologie am Seminar für Sozialwissenschaften der Universität Hamburg.
Hauptarbeitsgebiet ist neben der Methodologie die Stadtforschung – was man in seinem Buch auch zu „spüren“ bekommt. Denn über sein „Spezialgebiet“ sind auch Beispiele vorhanden..
Er ist Gründer und Leiter der Forschungsstelle Vergleichende Stadtforschung, Uni Hamburg (1982).
1.4.1991: Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Köln.
Weiters ist er noch Direktor des Forschungsinstitutes für Soziologie und Mitherausgeber der Zeitschrift „Soziologie und Sozialpsychologie“ (seit 1992)
Zum Buch: Jürgen Friedrichs sagt selbst, dass viele Anregungen und Argumente in dieses Werk eingegangen sind, die er seinen Studenten aus Vorlesungen und Seminaren verdankt.
(Anmerkung: dies ist auch ein Grund für michzu glauben dass dieses Buch für Studenten die Lernen wollen eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, besonders geeignet ist)
Publikationen von Jürgen Friedrichs:
„Werte und soziales Handeln“, sowie Bücher über die Feldforschung, in Anlehnung auf teilnehmende Beobachtung.



Inhalt:
Die Aufteilung des Buches erfolgt in sieben Punkte.

•Zur Funktion empirischer Sozialforschung, Gesellschaftstheorie und Erkenntnistheorie/ Sozialforschung und Praxis

• Wissenschaftstheoretische Bedingungen empirischer Sozialforschung, Entdeckungs- Begründungs- und Verwertungszusammenhang/ Theorie und Hypothesen

• Forschungsplanung; Konzeptualisierung und Untersuchungsplan/ Stichprobe/ Erhebungssituation/ Pretest

• Messinstrumente

• Methoden

• Auswertung

• Publikation


Wenn man das Buch aufschlägt, sieht man zunächst die oben angeführte Gliederung des Buches.
Darauf folgt das Vorwort. Hier wird auf die Schwierigkeit für Bücher dieser Art hingewiesen: der Umfang, das Ausmaß, mit dem auf die zahlreichen Methoden eingegangen werden soll angesichts der zahlreichen Spezialwerke. Um dem Leser eine gezielte weiterführende Lektüre zu erleichtern, werden zahlreiche Literaturhinweise gegeben, was man sehr positiv werten kann.

Die Konzeptualisierung beginnt auf der Seite 112.
Dieses Kapitel ist bestimmt eines der kompliziertesten. Die Beschreibung erfolgt größtenteils nur über ein konkretes Beispiel. Der Forschungsprozess wird hier in sechs Phasen unterteilt. Problemformulierung, Konzeptualisierung, Datenerhebung („Feldforschung“), Codieren, Ausdruck der Ergebnisse und Interpretation/Publikation.
Für Verwirrung stiftet aber der Hinweis auf eine Grafik „Forschungslogischer Ablauf empirischer Untersuchungen“. Denn diese enthält mehr Abschnitte als die Konzeptualisierung. Einleuchtend wiederum ist die Einteilung in Entdeckungs- , Begründungs- , Verwertungs – und Wirkungszusammenhang.

Im Punkt „Methoden“, gibt es eine gut überschaubare Auflistung der Methoden, sie werden ausführlich dargestellt und an einigen Beispielen aus der Forschung erläutert.
Doch ich finde es nicht unbedingt so vorteilhaft konkrete Beispiele zu sehen, denn man kommt dadurch sehr ins Grübeln, wie man solche Fragestellungen auf den Themenbereich einer eigenen Arbeit umlegen kann. Es verleitet sich danach zu richten oder mit Schweißausbrüchen die Flucht zu ergreifen.

Unter diesem besagten fünften Punkt findet man zu den einzelnen Methoden –
wie Interview, Tiefeninterview, Schriftliche Befragung, Gruppendiskussion, Beobachtung, Teilnehmende Beobachtung, Inhaltsanalyse und Experiment –
Beschreibungen bis ins kleinste Detail.
Angefangen bei den Vorraussetzung für die jeweilige Methode, die Anwendung, das Vorgehen und Varianten, bis hin zur Erhebungssituation, der Stichprobe und dem Pretest ist alles beschrieben. Sogar Hinweise auf mögliche Fehlerquellen sind vorhanden.

Etwas verwirrender gestaltet ist der Punkt „Auswertung“:
Umfang grob gesagt drei Schritte – die (nachträgliche) Codierung der Ereignisse, die Datenaufbereitung und die Interpretation.
Soweit so gut, doch beim durchgehen des Textes wird es kompliziert. Der Leser wird ständig auf andere, ABER wichtige zu beachtende Punkt in anderen Kapiteln hingewiesen. Das Suchen der genannten Textstellen (z.B. zu beachten 3.4.3...) wird zum Geduldsspiel, da sich im Abschnitt Auswertung extrem viele Verweise häufen!
Das fällt auch jemandem auf, der das Buch von Jürgen Friedrichs auch nur kurz durchblättert.

Allgemein muss man sagen, dass bestimmte Ausdrücke der empirischen Sozialforschung bekannt sein müssen, um beim Lesen weiterzukommen. Ist man mit solch Fachausdrücken noch nicht so versiert, liegt der Nachteil darin ständig Begriffe nachschlagen zu müssen – DOCH ich denke das kommt bei vielen Wissenschaftsbezogenen Büchern vor, dass man am Beginn auf ziemlich viel „Fachchinesisch“ stößt.
Beschäftigt man sich dann intensiver mit der Materie klingen viele Sachen einleuchtend, die vorher fremd waren!

Die Seitenlayout Gestaltung hat in diesem Buch bestimmt nicht ihren Höhepunkt gefunden.
Natürlich ist der Lesestoff trocken und wissenschaftlich, aber eine etwas größere Schrift hätte schon einen guten Beitrag zur Buchgestaltung geleistet.

Mit der Aufmachung kann dieses Buch zur empirischen Sozialforschung bestimmt nicht punkten, aber man bekommt mit Garantie eine erste hilfreiche Orientierung für das Verfassen einer Arbeit.

Und das kann ich beruhigt aus eigener Erfahrung kundtun. Mein persönlicher Beweggrund für das Kaufen und lesen dieses Bucher war die Wissensaneignung über Forschungsmethoden.
Ich habe dieses Buch bereits weiterempfohlen, wenn mich Mitstudenten nach Standardwerken über Methoden gefragt haben.

Ja und zum Schluss: man muss sich genügend Zeit nehmen dieses Buch durchzugehen sonst versteht man gar nichts. Konzentration und Zeit sind der Schlüssel zum erfolgreichen Verständnis. Dass der Stoff recht trocken ist liegt auf der Hand.
Man kann den Text schwer zusammenfassen, es ist keine Inhaltsangabe wie bei einem netten Roman möglich.

Ein erwähnenswerter Pluspunkt ist noch das Preis – Leistungsverhältnis.
Für ca. 15 Euro hat man ein gutes Standardwerk mehr fürs Studium in seinem Bücherregal.
Nun steht Jürgen Friedrichs´ Buch Seite an Seite mit meiner „Burkart – Bibel“ ......
 

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